Tagungshinweis: LEBENS|DATEN. Staatliches Register – genealogische Ressource – kollektives Gedächtnis: 150 Jahre Standesämter in Sachsen

Vor anderthalb Jahrhunderten veränderte der Staat mit der Einführung der Zivilehe und der flächendeckenden Beurkundung des Personenstandes die Erfassung von Lebenswegen grundlegend. Anlässlich dieses Jubiläums möchten wir Wissenschaft, Archivwesen, Genealogie und Citizen Science zusammenbringen, um die historische Entwicklung der Standesämter sowie klassische und moderne Auswertungs- und Nutzungsmöglichkeiten ihrer Quellenbestände zu beleuchten.

Die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) Dresden und der Dresdner Verein für Genealogie e. V. laden zu einer gemeinsamen Tagung ein:

LEBENS|DATEN. Staatliches Register – genealogische Ressource – kollektives Gedächtnis: 150 Jahre Standesämter in Sachsen

Wann? Freitag & Sonnabend, 5. & 6. Juni 2026
Wo? SLUB-Zentralbibliothek (Dresden, Zellescher Weg 18)

Unsere Tagung schlägt den Bogen von den Anfängen der Standesämter bis hin in die Gegenwart:

  • Aufbruch & Herausforderungen
    In den Blick werden zunächst die historisch-politischen Rahmenbedingungen und administrativen Hürden genommen, unter denen Zivilehe und staatliches Personenstandswesen eingeführt wurden.
  • Epochen & Zäsuren
    Die Vorträge verfolgen außerdem deren Entwicklung durch verschiedene historische Epochen – wie die Instrumentalisierung im Dritten Reich – und betrachten den Wandel von Grundpfeilern wie Ehe- und Namensrecht.
  • Forschung & Methoden
    Von der traditionellen genealogischen Recherche bis hin zu modernen, datengestützten Analysen sollen Möglichkeiten der Erschließung und Auswertung betrachtet und das enorme Potenzial dieses Quellenschatzes neu ausgelotet werden.

Ein detailliertes Programm sowie Informationen zur Anmeldung und zu einem vorbereitenden Workshop folgen in Kürze.

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Aus der Blogosphäre: Lebenswege von Arbeiterinnen in der vogtländischen Textilindustrie

Die Reihe „Hätte ich das mal eher gewusst… auf dem Hypotheses-Blog href. A Link to Digitized Primary Source Projects in German and Global History thematisiert Erfahrungen mit digitalen Projekten im Geschichtsbereich. In einem aktuellen Beitrag stellt Helena Friedrich Schwinghammer Erfahrungen aus ihrem Projekt zur geschlechterhistorischen Dimension der Deindustrialisierung in der Textilbranche des Vogtlands vor. Eine Quellengrundlage waren die Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Zu deren Kombination mit analogen Quellen resümiert sie:

Der Mehrwert der digitalen Arbeit war für mein Projekt enorm, denn Frauen in der Deindustrialisierung haben nur selten Archivquellen hinterlassen – sie blieben in archivalischen Quellen oft unsichtbar. Durch die Arbeit mit den SOEP-Daten konnte ich die Lebenswege der Frauen nachzeichnen, ihre Sorgen und Ängste abbilden und weibliche Deindustrialisierung überhaupt erst greifbar machen. Hätte ich mich allein auf analoge Quellen verlassen, hätte ich meinen Untersuchungsgegenstand nur unzureichend beleuchten können. Die Verbindung von klassischen archivalischen Quellen und den digitalen Sozialdaten war für meine Arbeit sehr hilfreich.

 

Hätte ich das mal eher gewusst …mit Helena Friedrich Schwinghammer