Aus der Blogosphäre: Lied der Töpfer, Volkslied, am Tauftage gesungen – Stadtarchivische Sammlungen im Naturalienkabinett Waldenburg

Waldenburg.

Das Historische Naturalienkabinett wurde 1845/46 in der zweiten Etage des Museums eingerichtet. (…) Die hier erlebbare Mischung ist in Deutschland einzigartig: Sie vereint die bürgerliche Gelehrten-Sammlung der Leipziger Apothekerfamilie Linck aus dem 17./18. Jh. mit einer fürstlichen Lehrsammlung des 19. Jh. Bis 1945 kamen weitere Konvolute von Naturalien und Ethnografica sowie Einzelstücke hinzu, die in die einmal gefundene Präsentation integriert wurden.

Die Stadtarchivischen Sammlungen im Naturalienkabinett Waldenburg boten im Juni Anlass für einen Archivbesuch, um Lieder und andere Dokumente einzusehen und Kooperationen auszuloten.

 Zu den Schriftstücken zählen neben Chroniken Waldenburgs auch Archivgut aus der Schönburgischen und Waldenburger Kommunalverwaltung, von diversen Vereinen und Verbänden, Tagebücher des produzierenden Gewerbes sowie Chroniken der lokalen Kirchgemeinden. Im Jahr 2017 wurde zu diesem Bestand ein Findbuch durch den Regionalforscher Michael Etzold erstellt, das hier abrufbar ist.

Ein Beitrag im Blog des Naturalienkabinetts dokumentiert den Besuch, gemeinsame Transkriptionen und Ideen.

Link zum Blogbeitrag: https://www.museum-waldenburg.de/blog/detail/ein-ausflug-nach-waldenburg

Lieder – historische Quellen

Quelle: openbiblio.social/@slubdresden, 24. Juli 2026

Aus der Blogosphäre: Theater, Kaufhaus, Bibliothek – die “Alte Aktienspinnerei” in Chemnitz

Das historische Gebäude der „Alten Aktienspinnerei“ in Chemnitz an der Straße der Nationen 33 beherbergt seit fünfeinhalb Jahren die Universitätsbibliothek der Technischen Universität. Es blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück: 1857 bis 1859 als damals größte Spinnerei Sachsens erbaut, diente es später unter anderem als Figurentheater, Kfz-Werkstatt, Stadtbibliothek und Kaufhaus.

Um diese Geschichte(n) neu in den Blick zu nehmen, wurde 2025 im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres das Projekt „Fäden der Erinnerung“ ins Leben gerufen. Dabei wurden Videointerviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen geführt, die im März 2026 bei einer Ergebnispräsentation vorgestellt wurden. Im Gebäude selbst weisen kleine Holzmodelle mit QR-Codes in den Bücherregalen auf die digitalen Interviews hin. Im Blog der UB Chemnitz blickt Victoria Tyrner auf das Projekt und die Präsentation zurück.

Wo „Fäden der Erinnerung“ zusammengefügt werden …Link zum Blogbeitrag: https://blog.hrz.tu-chemnitz.de/bibo/2026/06/12/wo-faeden-der-erinnerung-zusammengefuegt-werden/

Link zu den Videos: https://www.tu-chemnitz.de/ub/aktuell/veranstaltungen/faeden-der-erinnerung/

Aus der Blogosphäre: Ernst Hirsch und das “Universum Dresden”

Nachdem im März 2025 die SLUB und die Museen der Stadt Dresden die Film- und Kamerasammlung von Ernst Hirsch erworben hatten, ist nun bis 1. November 2026 in den Technischen Sammlungen eine Sonderausstellung zum Filmemacher und -sammler zu sehen. Im Blog “Campusrauschen” gibt Nadine Faust einen Einblick in die Ausstellung:

Dass Hirschs Arbeit und Sammlung unser visuelles Gedächtnis von Dresden prägen, ist hinlänglich bekannt. […] Dabei gibt es immer noch Material, das bisher kaum in Erscheinung getreten ist, etwa die Videobänder mit Interviews von ehemaligen Dresdner Jüd:innen und Juden, die die Zeit des Nationalsozialismus überlebt haben. In Ausschnitten sind sie nun in der Ausstellung zu sehen.

Zurück zu den Anfängen

Aus der Blogosphäre: Propagandafotografien des Heimatwerks Sachsen

Wie sich Fotografien als “zentrales und besonders wirkungsvolles Medium” der NS-Propagande nutzen ließen, zeigt Christoph Sauer in einem Beitrag im Hypotheses-Blog “Bildsehen / Bildhandeln. Akteur:innen und Praktiken der Alltags- und Amateurfotografie”. Darin untersucht er die Sammlung “Bildstelle Heimatwerk Sachsen” im Bildarchiv des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV). Ein zentraler Befund:

Die auf den ersten Blick unscheinbaren Motive von Landschaften, Städten sowie Kulturdenkmälern zielten auf identitätsstiftende Prozesse ab. Sie sollten Werte und Gefühle einer homogenen sächsischen ‘Heimat’ vermitteln. […] Dabei waren die Bildinhalte keineswegs neu: Motive von Landschaften und Sehenswürdigkeiten knüpften an bereits etablierte und immer wiederkehrende Bildästhetiken an, die sich im kulturellen Gedächtnis der sächsischen Bevölkerung gefestigt hatten.

Der schöne Schein

Aus der Blogosphäre: Neues Forschungsprojekt zur Provenienzforschung an der SLUB Dresden

Ende Februar haben wir mit einem Beitrag von Gabriela Brudzyńska-Němec zuletzt aus den Aktivitäten der SLUB Dresden zur Provenienzforschung berichtet. Unlängst ist nun ein neuen Forschungsprojekt gestartet: Ziel ist es, in bis Januar 2028 in 300 Fällen die rechtmäßigen Erbinnen und Erben von Verfolgten zu recherchieren, deren Bücher sich bis heute im Bestand der SLUB befinden. Die Projektmitarbeiterinnen berichten darüber im Hypotheses-Blog “Retour. Freier Blog für Provenienzforschende”:

Neues Forschungsprojekt an der SLUB Dresden zur Ermittlung von Erbinnen und Erben bei NS-Raubgut-Fällen gestartet

Die Ergebisse bisheriger Projekte werden in der Reihe “Provenienzforschung in der SLUB” dokumentiert, die einzelnen Falldossiers darin auf den Dokumentenserver Qucosa veröffentlicht: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-727174.

Aus der Blogosphäre: Das Kaufhaus Schocken in Nürnberg als “Projektionsfläche der Hetze”

Im Blog Mimeo des Leipziger Leibniz-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow befasst sich Georg Seltmann mit der Geschichte des Schocken-Konzerns, der auf ein 1901 in Zwickau eröffnetes Warenhaus zurückgeht. Ausgangspunkt der Überlegungen ist die 1926 erfolgte Eröffnung des Schocken-Kaufhauses in Nürnberg, das anlässlich des 25-jährigen Konzernjubiläums von Architekten Erich Mendelsohn entworfen wurde, der auf die Niederlassungen des Konzerns in Chemnitz und Stuttgart plante. Während der Neubau für Mendelsohn und den Inhaber Salman Schocken ein erfolgreiches Sinnbild für fortschrittliche Zweckmäßigkeit und moderne Gestaltungskraft war und sich bei der Nürnberger Bevölkerung rasch großer Beliebtheit erfreute, wurde das Warenhaus zeitgleich zur zentralen Projektionsfläche antisemitischer Hetze. Insbesondere die von Julius Streicher herausgegebene Zeitschrift Der Stürmer nutzte das Kaufhaus und dessen moderne Architektur, um durch Artikel, Karikaturen und Gedichte ein radikal antisemitisches, christlich-jüdisch dualistisches Weltbild zu propagieren und gegen die angebliche “jüdische Hochfinanz” zu hetzen. Angesichts der nach 1933 zunehmend aggressiveren Bedrohungslage und der drohenden Enteignungen sah sich Salman Schocken zur Emigration nach Palästina gezwungen, von wo aus er sein unternehmerisches Wirken, soweit wie möglich, fortführte.

Weiterlesen hier: https://mimeo.dubnow.de/projektionsflaeche-der-hetze

Kaufhaus Schocken in Nürnberg, ca. 1930 (Bildarchiv Foto Marburg, Fotokonvolut: Archiv Dr. Franz Stoedtner via Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 4.0)

Aus der Blogosphäre: Mit Francesca Weil im Lesesaal der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig

In der Reihe “Zwischen den Regalen” geben Nutzende der Deutschen Nationalbibliothek “Einblicke in ihre Arbeit, stellen Projekte vor und erzählen ihre Geschichte”. In der aktuellen Ausgabe berichtet die Historikerin Francesca Weil vom Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der Technischen Universität Dresden (HAIT) über ihre lange Verbindung mit den Beständen und Lesesälen des Leipziger Standorts, der just heute durch den angekündigten Stopp der Umsetzung des dringend benötigten fünften Erweiterungsbaus deutschlandweit in die Schlagzeilen gelangte. Thematisiert wird im Interview u.a. das Verbundprojekt DIKUSA, über das wir im Blog schon verschiedentlich berichtet haben.

Zwischen den Regalen – Francesca Weil

Aus der Blogosphäre: Lebenswege von Arbeiterinnen in der vogtländischen Textilindustrie

Die Reihe „Hätte ich das mal eher gewusst… auf dem Hypotheses-Blog href. A Link to Digitized Primary Source Projects in German and Global History thematisiert Erfahrungen mit digitalen Projekten im Geschichtsbereich. In einem aktuellen Beitrag stellt Helena Friedrich Schwinghammer Erfahrungen aus ihrem Projekt zur geschlechterhistorischen Dimension der Deindustrialisierung in der Textilbranche des Vogtlands vor. Eine Quellengrundlage waren die Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Zu deren Kombination mit analogen Quellen resümiert sie:

Der Mehrwert der digitalen Arbeit war für mein Projekt enorm, denn Frauen in der Deindustrialisierung haben nur selten Archivquellen hinterlassen – sie blieben in archivalischen Quellen oft unsichtbar. Durch die Arbeit mit den SOEP-Daten konnte ich die Lebenswege der Frauen nachzeichnen, ihre Sorgen und Ängste abbilden und weibliche Deindustrialisierung überhaupt erst greifbar machen. Hätte ich mich allein auf analoge Quellen verlassen, hätte ich meinen Untersuchungsgegenstand nur unzureichend beleuchten können. Die Verbindung von klassischen archivalischen Quellen und den digitalen Sozialdaten war für meine Arbeit sehr hilfreich.

 

Hätte ich das mal eher gewusst …mit Helena Friedrich Schwinghammer

Aus der Blogosphäre: Wikidata – Normdatenquelle auch für private Sammler und kleinere Kultureinrichtungen

In seinem privaten Blog stellt Christian Mahnke die Vorteile von Wikidata gerade für “engagierte private Sammler*innen und kleinere Kultureinrichtungen, wie lokale historische Vereine, private Museen oder Archive” heraus. Er sieht sie in den Bereichen Infrastruktur und Pflegeaufwand, Präsentation und Auffindbarkeit sowie Interoperabilität und Zukunftssicherheit. Sein Fazit:

Für private Sammlungen und kleinere Kultureinrichtungen bietet Wikidata eine Möglichkeit, ihre Sammlungen mit minimalem bis mittlerem Aufwand anzureichern, mit anderen Objekten zu vernetzen und somit in den globalen Kontext zu stellen. Zusätzlich ist es eine kostengünstigste Lösung, um die eigenen Daten zu normalisieren und damit die Sichtbarkeit und den (Daten-) Austausch zu fördern.

Hier im Blog werden wir in Kürze in zwei Beiträgen einige Beispiele vorstellen, wie und wo Wikidata gerade in diesem Kontext aktuell an der SLUB im Einsatz ist, z.B. um die Sichtbarkeit privater Initiativen und von Vereinen zu erhöhen.

Zum Weiterlesen: https://christianmahnke.de/post/authority-data-for-private-collectors/


Beitragsbild: Hintergrundvisualisierung für den 10. Geburtstag von Wikidata, entworfen von der Agentur MOR, Ausschnitt (Wikimedia Commons/Lea Lacroix (WMDE), Lizenz: CC BY-SA 4.0)

 

Aus der Blogosphäre: Leipziger Kreisamtstestamente online

Im CompGen-Blog wird über die Onlinestellung eines Quellenbestandes aus dem Sächsischen Staatsarchiv – Staatsarchiv Leipzig berichtet: die Kartei der Leipziger Kreisamtstestamente (Zeitraum: 1696 bis 1829) aus dem Bestand 20009 Amt Leipzig. Im Rahmen eines Transkriptionsprojektes waren zuvor 6.525 Personeneinträge zu den der Testatoren bzw. deren Witwern/Witwen erfasst worden. Dazu enthält die Kartei “Daten zu Hinterlegungen, Rücknahmen und Eröffnungen [der Testamente] und die jeweiligen Fundstellen der Dokumente innerhalb der Amtsbuchserie”, womit sie eine wichtige Quelle für die für die Sozial-, Familien- und Wirtschaftsgeschichte der Messestadt Leipzig darstellt.

Digitalisate der Leipziger Testamente jetzt online – zwei Vorträge am 13.11.2025

Aus der Blogosphäre: Bibliotheksbestände im und mit dem Wikiversum sichtbar machen

Im Hypotheses-Blog “Digital Humanities am DHIP” (= Deutschen Historischen Institut Paris) berichtet die stellvertretende Direktorin und Bibliotheksleiterin Mareike König von einem aktuellen Projekt zur Veröffentlichung von Quellen aus dem Bibliotheksbestand im Wikiversum. Unterstützung kommt dabei von SXRM-Redaktionsmitglied Jens Bemme als “Wikimedian in Online-Residence”. Der Praxisbericht reflektiert die “ersten Gehversuche: Edits, Stolpersteine, Erfolgserlebnisse und lessons learned.”

Bibliotheksbestände mit Wikisource sichtbar machen. Erste Schritte, Stolpersteine und Erfolge


Beitragsbild: Hintergrundvisualisierung für den 10. Geburtstag von Wikidata, entworfen von der Agentur MOR, Ausschnitt (Wikimedia Commons/Lea Lacroix (WMDE), Lizenz: CC BY-SA 4.0)

Aus der Blogosphäre: Immaterielles Kulturerbe in Daten und Digitales zur Kulturhauptstadt Chemnitz

Wie lässt sich das immaterielle Kulturerbe digital erfassen und beschreiben? Eine Arbeitsgruppe, die sich aus MitarbeiterInnen verschiedener sächsischer Forschungseinrichtungen konstituiert hat, möchte zu diesen Fragen ein Konzept- und Methodenpapier erarbeiten. Antje Reppe von der Beratungs- und Forschungsstelle für Immaterielles Kulturerbe in Sachsen des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde fasst die Ergebnisse des Auftaktworkshops am 5. Juni im Makerspace der SLUB Dresden zusammen und informiert über Möglichkeiten zur Mitarbeit, u.a. an der geplanten Festlegung eines gemeinsamen Kerndatensatzes.

https://www.ike-sachsen.de/forum/bericht-neue-arbeitsgruppe-in-sachsen-beschaeftigt-sich-mit-herausforderungen-der-verdatung-immateriellen-kulturerbes


Möglichkeiten zur digitalen Annäherung an der Vergangenheit der aktuellen europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz bietet das Bundesarchiv mit einer Themenseite, auf der Beiträge zur Stadtgeschichte mit Dokumenten, Fotos und Filmen aus den Beständen der Einrichtung versammelt sind. Eine Bildergalerie widmet sich z. B. dem Alltagsleben in den 1950er Jahren, rings um die 1953 erfolgte Umbenennung in Karl-Marx-Stadt.

https://www.bundesarchiv.de/chemnitz-in-den-bestaenden-des-bundesarchivs/

Ergänzend empfiehlt sich ein Blick in die Sächsische Bibliografie, die aktuell fast 13.500 Einträge mit dem Schlagwort “Chemnitz” enthält. Davon verweisen über 1.700 auf digital verfügbare Ressourcen.


Beitragsbild: Walter Möbius: Chemnitz von Süden, 1935, Ausschnitt (SLUB/Deutsche Fotothek, Lizenz: CC BY-SA 4.0)

Aus der Blogosphäre: Bautzener Schulgeschichte digital erforschen

Schon im April wurde in den Blogs des Vereins für Computergenealogie und des Archivverbundes Bautzen auf ein neues Kooperationsprojekt hingewiesen: die digitale Erfassung möglichst aller Schüler, die zwischen 1642 bis 1937 das Bautzener Ratsgymnasium besuchten. Anlass ist das 2027 zu feiernde 500-jährige Jubiläum der humanistischen Bildung in der Stadt, das sich auf die Gründung der evangelischen Ratsschule 1527 bezieht.

500 Jahre humanistische Bildung in Bautzen – Kooperation zwischen dem Stadtarchiv Bautzen und CompGen

Zwischenzeitlich fand das erste Treffen von interessierten Freiwilligen statt, die an der Erfassung mitwirken möchten. Geplant ist ein Methodenmix aus automatisierter Erfassung und manueller Korrektur, die entstehenden Daten werde über die Software webtrees veröffentlicht.


Beitragsbild: Ansicht des Bautzener Gymnasiums (Bildmitte), Lithographie, um 1840. Vorlage: SLUB, Kartensammlung, KS B8401 (via SLUB/Deutsche Fotothek, Lizenz: Public Domain Mark 1.0)

Aus der Blogosphäre: “Blende zu bei Pentacon”

In der neuen Reihe “Blende zu bei Pentacon”, entstanden aus einem geschichtswissenschaftlichen Seminar an der TU Dresden und einer Kooperation zwischen dem Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung und den Technischen Sammlungen Dresden, erscheinen im Hypotheses-Blog des HAIT Beiträge zur Geschichte des Dresdener Kameraproduzenten VEB Pentacon (1964-1990). Hervorgegangen aus Zeiss Ikon, bis zum Zweiten Weltkrieg einem der bedeutendsten Kamera- und Projektorenhersteller, wurde im VEB (= Volkeigenen Betrieb) in der DDR die sächsische optische Industrie zusammengefasst.

In einem jüngst erschienen Text widmet sich Sophia Sidiropoulou-Fritz den materielleren und immateriellen Überresten des Betriebes nach der Liquidation 1990/91:

Alles zum Fenster rausgeschmissen? Die Überbleibsel des VEB Pentacon Dresden

Bereits im Oktober 2023 hatten Maren Hachmeister und Friederike Kind-Kovács einen Überblicksbeitrag zum Liquidationsprozess veröffentlicht:

Biografische ,,Langzeitbelichtung“: Die Liquidation von Pentacon im Umbruch

 

Aus der Blogosphäre: Quellen und Forschung zwischen Sachsen, Südafrika und Ostasien

Universitätsbibliothek Leipzig digitalisiert historische Saxonica

Finanziert durch das Landesdigitalisierungsprogramms für Wissenschaft und Kultur des Freistaates Sachsen (LDP) hat die Universitätsbibliothek Leipzig (UBL) seit Sommer 2024 bislang rund 300 im 19. Jahrhundert erschienene Titel aus der eigenen Saxonica-Kollektion digitalisiert. Bei den

überwiegend in deutscher Sprache verfassten Publikationen handelt es sich um Monographien und um Kleinschrifttum aus einem breiten Fächerspektrum, das von Geschichte, Geographie, Orts- und Landeskunde über Sprachwissenschaft bis hin zu Balneologie (Bäderheilkunde) und Jura reicht.

Die Sacherschließung der Titel in der Sächsischen Bibliografie ist in Vorbereitung. Weitere Einblicke in das Projekt geben Christiane Elster und Eva Weinholz im Blog der UBL:

Alte Sachsen im Netz – Saxonica Digital


Auf der Spuren der Herrnhuter unterwegs in Südafrika

Im Rahmen des Moravian Knowledge Networks (MKN) war im Februar eine Delegation von TU und SLUB Dresden in Cape Town, Genadendal und Stellenbosch zu Gast, um die dortigen Kooperationen zur Erforschung der internationalen Netzwerke der Herrnhuter Missionare weiterzuentwicklen. Ziele dabei sind es,

(1) eine Umgebung zur Primärdigitalisierung von handschriftlichen Quellen zu installieren, (2) diese kurzfristig in einem Piloten zu erproben, und (3) damit die (meist virtuelle) gemeinsame Arbeit zwischen Studierenden und Bürgerwissenschaftler:innen in Stellenbosch, Genadendal und Dresden mittelfristig auf ein tragfähiges Fundament zu stellen. Das ist Voraussetzung dafür, (4) Quellen des reichen gemeinsamen kulturellen Erbes nach und nach zu erschließen und (5) mittels anderer Softwarelösungen in einem Workflow für die gemeinsame Beforschung langfristig zugänglich zu machen.

Mehr zur Reise gibt es im Beitrag von Alexander Lasch für das MKN-Blog:

Journal of a Visit to South Africa in 2025


„Koloniale Reisesouvenirs“ zwischen Ostasien und der sächsischen Provinz

Zwei Palmblatt-Handschriften, zwei chinesische Bücher, ein chinesischer Holzschnitt, japanische Postkarten und ein Briefmarkenalbum – so setzt sich das Konvolut zusammen, das 1952, vermittelt durch das sächsische Landesamt für Denkmalpflege, als „Tauschmaterial Seifhennersdorf“ in den Museumsbestand gelangt. Seine Objektgeschichte macht Vernetzungen zwischen Ostasien und der sächsischen Provinz, aber auch zwischen der DBSM-Erwerbungsgeschichte und der Museumspolitik der DDR sichtbar.

Über „Asiatica aus Seifhennersdorf“ im Bestand des Deutschen Buch- und Schriftmuseums (DBSM) an der Deutschen Nationalbiblothek (DNB) berichtete Emily Löffler bereits im Januar:

Die Provenienz der Seifhennersdorfer Asiatica zeugt nicht nur von globaler Vernetzung, sondern ebenso von den Wechselfällen der sächsischen Museumsgeschichte.

Den vollständigen Beitrag gibt es im Blog der DNB unter https://blog.dnb.de/reisesouvenirs/.