Aus der Blogosphäre: Neues Forschungsprojekt zur Provenienzforschung an der SLUB Dresden

Ende Februar haben wir mit einem Beitrag von Gabriela Brudzyńska-Němec zuletzt aus den Aktivitäten der SLUB Dresden zur Provenienzforschung berichtet. Unlängst ist nun ein neuen Forschungsprojekt gestartet: Ziel ist es, in bis Januar 2028 in 300 Fällen die rechtmäßigen Erbinnen und Erben von Verfolgten zu recherchieren, deren Bücher sich bis heute im Bestand der SLUB befinden. Die Projektmitarbeiterinnen berichten darüber im Hypotheses-Blog “Retour. Freier Blog für Provenienzforschende”:

Neues Forschungsprojekt an der SLUB Dresden zur Ermittlung von Erbinnen und Erben bei NS-Raubgut-Fällen gestartet

Die Ergebisse bisheriger Projekte werden in der Reihe “Provenienzforschung in der SLUB” dokumentiert, die einzelnen Falldossiers darin auf den Dokumentenserver Qucosa veröffentlicht: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-727174.

Aus der Blogosphäre: Wenn Kruzianer feiern

Seit längerer Zeit befassen sich Jens Bemme und Daniel Fischer für das Saxonica-Referat der SLUB mit Tafelliedern als einer Quellengattung, die “spannende Einblicke in Alltagskultur, Vereinswesen und die festliche Kommunikation vergangener Generationen [eröffnet]”. Für die Seite “Musik in Dresden” stellt Jens das “Tafellied zur Crucianer-Feier am 2. Mai 1891” vor. Wie viele weitere auch wurde es in der freien Quellensammlung Wikisource transkribiert.

Weiterlesen hier: www.musik-in-dresden.de/2026/05/03/wenn-kruzianer-feiern

Aus der Blogosphäre: Der Dresdner Bildhauer Robert Diez und seine Denkmalgruppe „Kriegers Heimkehr“ in Braunschweig

Ein Beitrag von Peter Engel im Braunschweigischen Geschichtsblog auf Hypotheses befasst sich mit dem Dresdner Bildhauer Robert Diez (1844-1922), bekannt u. a. für die Zwillingsbrunnenanlage “Stille Wasser und Stürmische Wogen” auf dem Dresdner Albertplatz. In Braunschweig vollendete er die Gestaltung des von Adolf Breymann (1839-1878) begonnenen “Siegesdenkmals” zur Einnerung an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. Die Metallplastiken wurden während des Zweiten Weltkriegs eingeschmolzen, heute finden sich keine Spuren des Denkmals mehr.

Robert Diez (1844-1922)

Nachlassinformationen aus Kalliope für Wikidata erschließen

Ein Beitrag zum Call ‘Wie Archive von Geokoordinaten in Wikidata profitieren‘ (2025). Von Alexander Winkler.

LODifizierung von GLAM-Daten

Viele der Erschließungsdaten aus Kulturerbeeinrichtungen (in der Folge kurz GLAMs für Galleries, Libraries, Archives und Museums) sind mittlerweile maschinenlesbar verfügbar und orientieren sich – bald mehr bald weniger – an den FAIR-Prinzipien.[1]

Die tatsächliche Nachnutzbarkeit[2] ist aber nicht immer voll ausgeprägt. Zahlreiche unterschiedliche Wege des Datenabrufs, mangelnde Dokumentation, eine Vielzahl von Datenformaten – um nur einige Hemmnisse und Herausforderungen zu nennen – können die Arbeit mit GLAM-Daten erschweren. Die Daten sind zwar oft von hoher Qualität und verwenden insbesondere etablierte Vokabulare und Normdaten; bei genauerem Besehen brauchen aber auch diese qualitativ hochwertigen Daten oft noch eine gewisse Vorverarbeitung, ehe sie produktiv genutzt werden können.

So werden Normdaten oft unterschiedlich eingebunden: mit schlichten (und damit schwer maschinell auflösbaren) IDs, mit falschen URIs[3] etc. Es muss also vor einer Weiterverarbeitung erst eine Harmonisierung der Daten erfolgen. Vor der Verarbeitung an sich müssen zudem relevante Daten erst lokal individuell zusammengetragen werden. Die Korpusbildung geht also der Nutzung voraus.

Die Überführung von GLAM-Daten in Linked Open Data (LOD), d.h. die Integration von GLAM-Daten in einen sog. Wissensgraphen kann einige der skizzierten Hürden absenken. LOD sind offen, maximal verknüpft, maschinenlesbar und hoch interoperabel. Verschiedene LOD-Bestände lassen sich über eine sog. Föderation im Verbund abfragen, sodass – so zumindest die Idee – einer Silo-Bildung entgegengewirkt wird.

Das besondere Potential von LOD ist im Kulturerbesektor längst erkannt, wie die Bemühungen der einschlägigen NFDI-Konsortien demonstrieren.[4] Viele dieser Wissensgraphen entwickeln eine eigene Ontologie, die die möglichen Beziehungen zwischen den verschiedenen enthaltenen Entitäten definieren. Es mag hierfür überzeugende inhaltliche Gründe geben, eine optimale Nachnutzbarkeit profitiert jedoch von einem möglichst einheitlichen Datenmodell und einer mehr oder minder zentralisierten Infrastruktur.

Hier kommt nun Wikidata ins Spiel. Weiterlesen