Links sammeln, Daten denken und umgekehrt: Themen, Archive, Geschichte, Medien und Geodaten

Mit dem Staatsarchiv Leipzig entsteht seit Sommer 2023 eine Landkarte der Archivbestände. Wikidata und Kolleginnen und Kollegen dort machen das möglich. Ein zeitweiliger Personalaustausch von der SLUB (und Saxorum) mit dem Sächsischen Staatsarchiv bot die Gelegenheit von Juni bis November Möglichkeiten des Wikiversums und Archive zusammenzudenken. Ergebnisse lassen sich im Rückblick auch mit Linked Open Storytelling beschreiben:

Wissenschaftskommunikation mit offenen Daten in Archiven, mit Bibliothekswissen, Themen der sächsischen Landesgeschichte und mit geografischen Koordinaten der Orte, an denen Archivbestände entstanden oder an denen Geschichte geschrieben wurde.

Offene Archive: Wisskomm mit offenen Daten

‘Beschrieben in/ described by source’ (P1343), ‘archiviert in/ archives at’ (P485) oder ‘wird beschrieben in URL/ described by URL’ (P973) heißen die Aussagen in Wikidata, um relevante Links und Daten zu verknüpfen, damit mit offenen Daten heute recherchiert und Geschichte neu geschrieben werden kann. Verbunden mit Datenobjekten von Orten und Aussagen über geografische Koordinaten von Ereignissen und Institutionen können Landkarten aus Wikidata abgefragt und präsentiert werden. Aus Datenobjekten und ihren Informationen, die sonst in Tabellenform dargestellt sind, werden Punkte auf Karten und Punktwolken in Kartenausschnitten, die jeweilige Archivsprengel repräsentieren.

Wikidata: Workshops im Sächsischen Staatsarchiv

Solche Zusammenhänge können wir bewusst nutzen: Links digitalisierter Quellen, digitale Metadaten in Archiven und Bibliotheken, transkribierte Texte, ihre Annotationen, Links von Blogposts und Blogpostnetze oder anderer Internetquellen. Sie ermöglichen Zugänge zu Wissen und verknüpfen Kontext.

Wikidata: Saxonica editieren – Regionalgeschichte vernetzen

Ziel ist hier mehr Sichtbarkeit für Landeskundliches, Quellenbestände und GLAM-Institutionen – Galerien, Bibliotheken, Archive, Museen – allgemein: Sammlungen, die dieses Wissen bewahren, erforschen und vermitteln.

Historisches in Karten verzeichnen: Orte und Institutionen – Gerichte

Die Kartierung sächsischer Quellen und Archivbestände mit Metadaten in Wikidata steht noch am Anfang. Weiterlesen →

Aus der Blogosphäre: Mit dem Sächsischen Staatsarchiv und der SLUB unterwegs im Wikiversum

Wikisource, die Sammlung transkribierter urheberrechtsfreier Texte und Quellen, feiert heute ihren 20. Geburtstag. Juliane Flade und Jens Bemme gratulieren im SLUBlog, mit einem kurzen Rückblick auf Wikisource an der SLUB und mit einem Geburtstagsgeschenk: neu vertonten Quellen für die “gesprochene Wikisource”.

Glückwünsche! Auf viele weitere gemeinsame Jahre – Gedichte, Scans, neue Notizen, Übersetzungen, Töne und erste Edits.

Zum ganzen Beitrag geht es hier: https://blog.slub-dresden.de/beitrag/2023/11/23/wikisource-feiert-20-jahre-erste-schritte-edits

Und nebenan im Saxarchiv-Blog berichtet Jens von seiner Tätigkeit als “Wikimedian in Residence” am Sächsischen Staatsarchiv – eine Übersicht dazu gibt’s in der Wikiversität unter https://de.wikiversity.org/wiki/Projekt:Staatsarchiv_Leipzig_2023. Im Mittelpunkt seines jüngsten Beitrags steht einerseits die Kartierung von Archivbeständen via Wikidata, andererseits die Möglichkeiten der Verknüpfung von Informationen im Wissensgraph:

Edits in Wikis mit Informationen und Wissen aus Archiven stellen sich als Teile von Lernkurven dar, wenn Nutzende lernen, was ein Archiv alles bietet. Oder auch, wenn Archivarinnen und Archivare entdecken, die Wissensbestände des Archivs digital neu zu präsentieren, zu erklären und zu verknüpfen.

Weiterlesen kann man hier: https://saxarchiv.hypotheses.org/26131

Gamifying Colouring Dresden. Gamification in Citizen-Science-Projekten: Chancen und Herausforderungen in Mapping-Plattformen

Von Thomas Ewald, Luis Schwarzenberger, Maria Butter, Alisa Paschke und Uta Hofmann

Im Rahmen eines Semesterprojekts an der Technischen Universität Dresden haben Studierende den Einsatz von Gamification-Elementen in Volunteered-Geographic-Information-(VGI)-Plattformen wie “Colouring Dresden” erforscht. Die Forschungsarbeit untersucht, inwieweit Gamification für Citizen-Science-Projekte geeignet ist und zu einer gesteigerten Motivation der Teilnehmenden führen kann.

Bildschirm mit der “Colouring Dresden”-Plattform (Foto: Wikimedia Commons/Blaumiau, Lizenz: CC BY-SA 4.0)

Was ist Gamification?
Gamification bezieht sich auf den Einsatz spielerischer Elemente in nicht-spielbezogenen Kontexten. Durch die Integration solcher Elemente in Plattformen können Anreize geschaffen werden, um die Motivation der Teilnehmenden zu steigern und ihr Engagement zu fördern. Insbesondere in Citizen-Science-Projekten sind intrinsische Motivatoren von großer Bedeutung. Dazu zählen das Erleben von Kompetenz, Autonomie und sozialer Eingebundenheit. Diese Bedürfnisse können mithilfe von Spielelementen angesprochen und befriedigt werden.

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Offene Kulturdaten als Vereinsprojekt – der Dresdner Geschichtsverein im Wikiversum

Von Caroline Förster

Seit mehr als einem Jahr engagiert sich der Dresdner Geschichtsverein in der „Datenlaube“. Von der Garten- bzw. Datenlaube, dem lauschigen Ort für offene Kulturdaten, ist in diesem Blog schon häufig die Rede gewesen. Aber was macht der Dresdner Geschichtsverein mit offenen Kulturdaten? Und was sind überhaupt offene Kulturdaten?

Aber fangen wir der Reihe nach an: Der Dresdner Geschichtsverein e.V. ist vielen sicher als Herausgeber der Dresdner Hefte bekannt. Viermal im Jahr erscheinen circa zehn Beiträge in einem Heft zusammengefasst zu einem stadtgeschichtlichen Thema. Hinter den Heften stehen ein hochkarätig besetzter Redaktionsbeirat und Vorstand mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Disziplinen und Institutionen.

Abbildung 1: Cover des Dresdner Heftes Nr. 154, in dem nur studentische Beiträge veröffentlicht wurden.

Die Dresdner Hefte erhalten Abonnent:innen in ganz Deutschland und dem Ausland sowie die Mitglieder des Vereins. Ein nicht unerheblicher Teil der Auflage geht in den Verkauf. Die Dresdner Hefte gibt es bisher in keiner digitalen Verkaufsoption, aber die Nummern 1 bis 100 sowie einige Sonderausgaben sind über die SLUB in einer digitalen Kollektion verfügbar. Offene Kulturdaten sind die Dresdner Hefte also erstmal nur in beschränkter Weise. Die Dresdner Hefte liefern viele und detaillierte Infos zur Dresdner Stadtgeschichte, die derzeit nicht in vollem Umfang digital teilbar sind, das Potential dafür aber auf jeden Fall hätten. Allein aus dieser Tatsache heraus, steht es dem Verein gut an, sich mit der Verfügbarkeit von Informationen, Daten, Personen und Fakten zur Dresdner Stadtgeschichte im digitalen Raum auseinanderzusetzten. Weiterlesen →

Wikisource, Saxonica und Saxorum – ein Rück- und Ausblick

Von Martin Munke

Zehn Jahre nach dem ersten Wikisource-Arbeitstreffen vom 18. bis 20. Oktober 2013 in Leipzig findet am kommenden Wochenende vom 13. bis 15. Oktober 2023 das zweite Arbeitstreffen der Wikisource-Community statt. Diesmal in Dresden, wieder in Sachsen. Ein Zufall? Sicher nicht, ist doch mit Benutzer:A. Wagner ein sehr engagierter Wikisource-Enthusiast in der sächsischen Hauptstadt ansässig. Zudem ist er der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB), die für das Arbeitstreffen Räume in ihrem Open Science Lab zur Verfügung stellt und als Mitveranstalter fungiert, eng verbunden: Regelmäßig trifft man ihn am Wikisource-Informationsstand in der Zentralbibliothek, seit einem Jahr unterstützt von Benutzer:HCPollmer. Nicht nur diese räumliche Verortung zeigt, dass das Thema Wikisource für die Bibliothek wichtig ist: Das Ziel, Wissen offen zu präsentieren und kollaborativ zu er- und bearbeiten, ist ein gemeinsames. In den vergangenen Jahren ist das beiderseitige Verständnis gewachsen, sind Kooperationen entstanden, vertieft und ausgebaut worden. Zeit also für einen kleinen, unvollständigen Rückblick – mit einem Schwerpunkt auf Themen der sächsischen Landeskunde, wie hier im Blog so üblich.

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Andreas Wagner am Wikisource-Informationsstand in der SLUB (Wikimedia Commons/Jörg Blobelt, Lizenz: CC BY-SA 4.0)

Januar 2019: Erste Wikisource-Spuren bei Saxorum

Unser Blog ist gerade einmal wenige Wochen aktiv, als Benutzer:Jeb erstmals zum Mitwirken in der Wikisource aufruft. Vorgestellt werden die verschiedenen Kategorien und Themenseiten, über die Interessierte Quellen und Texte zur sächsischen Geschichte – sog. Saxonica – ausfindig machen können. Schon damals als Ziel für entsprechende Artikel in der Illustrierten Die Gartenlaube formuliert: „Wir werden auch diese Artikel in der Sächsischen Bibliografie nachweisen“. Und ebenfalls schon damals mit dabei: Der Gedanke der weitergehenden Erschließung mittels Wikidata – ein Dauerbrenner, aus dem wenige Tage später das Projekt Die Datenlaube entstehen sollte. Ebenfalls kurz darauf folgten die ersten Queries u. a. zur Darstellung aller Fabrikstandorte aus dem zweibändigen, reich bebilderten Album der sächsischen Industrie – einem der zahlreichen Wikisource-Projekte von Andreas Wagner. Ein anderes war die Transkription des Albums der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen, von der Jens schon lange vor dem Start des Saxorum-Blogs im SLUBlog berichtet hatte. Die Plattform und ihre Nutzungsmöglichkeiten beglei(te)ten uns also schon eine Weile.

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Herbstfrischen und ihre Bedeutung, 1887, 1908 und heute

Von Jens Bemme

Lenzfrische, Sommerfrische, Herbstfrische und Winter

Sommerfrischen sind Urlaubsorte für die Sommerzeit außerhalb der großen Städte mit Quartier für jene, die sich diese Erholung leisten konnten. – ‘Sommerfrische’ benennt dabei die Abkühlung an einem Sommertag. So steht der Begriff zugleich für die Zeit des Aufenthalts am Urlaubsort: zur ‘Sommerfrische’ reiste man, um dort eine ‘Sommerfrische‘ zu erleben. Im 19. Jahrhundert wurden Sommerfrischen zum medialen Sehnsuchtsort – mit Reiseführern, in Illustrierten, durch Ansichtskarten und Werbeanzeigen; in den Gesprächen über die, wie auch heutzutage, wichtigen Wochen des Jahres.

Es ist Herbst: ‘Der Sommer war sehr groß.’

Sicher gibt es seitdem viele weitere Nuancen und Bedeutungen. In Österreich (PDF) ist die „Lenzfrische“ ein Begriff und ‘Winterfrische‘ wird laut dem ‘Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache‘ (DWDS) eher selten benutzt.

Herbstfrischen Vom Fels zum Meer 674 675

Dr. Adams: Herbstfrischen und ihre Bedeutung, in: Vom Fels zum Meer, 1887, Spalte 674 ff.

Die ‘Bedeutung der Herbstfrischen‘ beschrieb ein ‘Dr. Adams’ in der Illustrierten ‘Vom Fels zum Meer‘ 1887. Danach wurde Adams mit seinen Argumenten mehrfach zitiert, im Alltag hat sich der Begriff ‘Herbstfrische‘ aber nicht durchgesetzt, steht im DWDS. ‘Winterfrischen’ zumindest sind bekannter.

Zwei Artikel über den Wert der ‘Herbstfrische’ verweisen auf Dr. Waldemar Adam[s] und zitieren 1887 und 1908 auch Johann Heinrich Voß mit Versen aus ‘Der Herbstgang, 26. November 1794‘ bzw. eine Kurzfassung oder Variante dieses Gedichts:

Ein weiser Mann, ihr Lieben, haschet
die Freuden im Vorüberfliehn,
Empfängt, was kommt unüberraschet,
Und pflückt die Blumen, weil sie blühn.
Und sind die Blumen auch verschwunden;
So steht am Winterherd umwunden
Sein Festpokal mit Immergrün.

Der Göttinger Dichterbund : Johann Heinrich Voß: 52. Der Herbstgang, 1886, S. 301, urn:nbn:de:gbv:8:2-847956

‘Die Gartenlaube‘ berichtete über Adams’ Plädoyer für die Herbstfrischen und das war der Ausgangpunkt für die Recherchen und Zeilen dieses Blogposts und in Wikisource. Dr. med. F. Walther berichtete im Hohenstein-Ernstthaler Tageblatt am 13. September 1908 – inzwischen gescannt und neu veröffentlicht durch das sächsische Landesdigitalisierungsprogramm. Weiterlesen →

Quellen digital: Programme der Volkshochschulen in Leipzig und Löbau

Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen in Bonn beschäftigt sich mit Fragen des Lernens und Lehrens von Erwachsenen, mit Weiterbildungsprogrammen und Weiterbildungseinrichtungen sowie mit den politischen und institutionellen Kontexten des Lebenslangen Lernens. Zugleich ist es Forschungsinfrastruktureinrichtung, die entsprechende Unterlagen sammelt, archiviert und zunehmend auch digitalisiert. Zum Bestand gehören z. B. ca. 60.000 Programmhefte deutscher Volkshochschulen, von denen 4.800 mit Erscheinungszeitraum 1950er bis 2000er Jahre retodigitalisiert wurden. Sie können  über das Digitale Programmarchiv (DiPA) unter https://ppa.die-bonn.de/ im Volltext durchsucht werden, wobei für die Nutzung mancher Ausgaben eine (kostenfreie) Anmeldung und ein Nachweis über die wissenschaftliche Nutzung nötig ist.

Für das Projekt wurde ein Sample von fünfzig Einrichtungen gebildet, die einen repräsentativen Querschnitt der Volkshochschularbeit in Deutschland darstellen. Für die sächsische Bildungs- und Gesellschaftsgeschichte interessant: In der Sammlung sind auch die Programme der Volkshochschulen in Leipzig und Löbau mit Laufzeiten von 1949 bis 2007 (Leipzig) bzw. 1991 bis 2004 (Löbau) enthalten. Und auch darüber hinaus lohnt sich ein Stöbern im Bestand: Die Suche nach “Dresden” etwa liefert Treffer in 964 Elementen der Sammlung.

Weitere Informationen:

Links und Quellen für besondere Lernleistungen: Die Datenlaube kommt in die Schule

Von Jens Bemme und Juliane Flade

Was wissen wir über Schule, über Einschulungen heutzutage, über die Unterrichtsvorbereitung in den Wochen und Jahren zuvor? Manches – und anderes aus zweiter Hand, von den eigenen Kindern, Freunden oder Verwandten. Noch weniger wissen wir von Didaktik. Was Lehrer:innen für den Unterricht alles brauchen, das ahnen wir nur.

Sind die digitalen Methoden, mit denen wir offene landeskundliche Kulturdaten produzieren und pflegen auch für die Schule geeignet? Dafür werden im Folgenden Quellen gezeigt – mit Links. Möglicherweise entstehen dabei mehr Fragen als Antworten und im Idealfall neue Ideen.

Hat ’mal ein Bub’ ’nen hellen Kopf,
So muss er Lehrer werden!
Ob Leberblümchen, Lungenkraut
Ihm kraftvoll blühn, der Arzt beschaut;
Doch ist sein Kopf ein Klappertopf,
Macht ihm das viel Beschwerden.

(…)
Botanischer Spaziergang durch das Lehrerleben, 1904

Die Gartenlaube (1895) b 189

Schulpause. Nach dem Gemälde von Fritz Beinke. In: Die Gartenlaube, 1895, Heft 12, S. 189, 200.

‘Schule‘ heißt eine Themenseite in der Quellensammlung Wikisource mit Listen transkribierter Texte: Darstellungen, Zeitschriftenartikel, Rechtstexte, Tafellieder – viele dieser historischen Quellen stammen aus dem 19. Jahrhundert. Die Werke sind inzwischen gemeinfrei und werden in der Freizeit transkribiert. Von wem? Von Menschen, die sich für historische Texte, Kunst und Geschichte interessieren – manche schreiben und ergänzen Wikipedia-Artikel, andere korrigieren alte Texte in Wikisource und editieren Wikidata.

Die vorstehende Strophe ist Teil des ‘Botanischen Spaziergangs durch das Lehrerleben‘ von 1904, wurde in Wurzen veröffentlicht und vielleicht auch gesungen. Hans Gustav Bötticher – oder eben Joachim Ringelnatz – kam gebürtig von dort: Heute “führt der Ringelnatzpfad auf 13 Stationen entlang an wichtigen Sehenswürdigkeiten, vor allem durch die historische Altstadt Wurzens.”

Wie kommt Die Datenlaube in die Schule?

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„AHAB“ – Bergmann’s Zahnpasta

w. Waldheim. Der Inhaber der Parfümerie- und Toilettenseifenfabrik Bergmann, Richard Bergmann, hat der Stadt eine Stiftung von 50000 M. angeboten, mit deren Zinsen eine planmäßige Zahnpflege bei den Schulkindern durchgeführt werden soll.

Dresdner Journal, 17. Januar 1913, SLUB digital.

— Waldheim, 17. Jan. Der Inhaber der Parfümerie- und Toilettenseifenfabrik Rich. Bergmann hat der Stadt eine Stiftung von eine Stiftung von 60000 M. angeboten, mit deren Zinsen eine planmäßige Zahnpflege bei den Schulkindern durchgeführt werden soll.

Hohenstein-Ernstthaler Tageblatt, 19. Januar 1913, vgl. Riesaer Tageblatt und Anzeiger, 17. Januar 1913, SLUB digital.

50.000 oder 60.000 Mark? Welche Spuren finden wir noch von Bergmanns Stiftung, seiner Unternehmen und ihren Produkten?

AHAB. Bergmann's Zahn-Pasta. Waldheim in Sachsen, 1909

AM / Waldheimer Parfümerie- und Toilettenseifenfabrik, Public domain, via Wikimedia Commons

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Boettichers „Malerwerke des neunzehnten Jahrhunderts”, Kunstbände und Illustrierte zitieren, um alte und neue Datenberge linked open zu verknüpfen

Von Jens Bemme

Friedrich Heinrich von Boetticher (* 11. Junijul. / 23. Juni 1826greg. in Riga; † 12. Februar 1902 in Dresden) war ein deutscher Verlagsbuchhändler, Privatgelehrter und Kunsthistoriker. (…)

Friedrich Heinrich von Boetticher

Als Ergebnis seiner langjährigen kunsthistorischen Studien erschien 1891 bis 1901 sein Lebenswerk „Malerwerke des neunzehnten Jahrhunderts, Beitrag zur Kunstgeschichte“ in 2 Bänden, in denen ca. 50.000 Bilder deutscher und in Deutschland tätiger Maler überwiegend erstmals, teilweise heute noch einmalig, aufgelistet sind. Das Buch ist daher noch immer bei Kunstauktionen als Standardnachweis im Einsatz.
Quelle: de.Wikipedia, 11. Juli 2023

‘Der Boetticher’ wird seit Anfang 2022 von Andreas Wagner in Wikisource transkribiert, korrigiert, die Künstler werden identifiziert und in der Datenbank Wikidata verlinkt. Ein Treffen mit Dr. Holger Birkholz, Konservator am Albertinum, das anläßlich des Abschlusses des Projektes ‘Akademiekataloge’ stattfand, gab Wagner Anstoß zur Beschäftigung mit Boettichers Werk.

Das zeigte die Sächsische Akademie der Künste nach 1800: Ausstellungskataloge in Wikisource

Friedrich Heinrich von Boettichers Grabstätte befindet sich auf dem Alten Annenfriedhof in Dresden, sein Leben und Wirken beschäftigt uns aber noch immer. Davon wird im Folgenden berichtet: Wir können diese Datenberge verknüpfen – von Boettichers Standardwerk der Kunst im 19. Jahrhundert und die Datenobjekte der zeitgenössischen Publikationen, in denen die von ihm lexikalisch gesammelten Malerwerke abgebildet waren. Von bisher 3427 bearbeiteten Künstlereinträgen in den beiden Bänden konnten nur vier nicht identifiziert werden. Von vielen Künstlern auf Wikidata, auch ausländischen, stellt der Boetticher bisher die einzige Beschreibung bereit. Aktuell bearbeitet Andreas Wagner den Buchstaben O.

Dokumentiert werden Boettichers Referenzen nun auch mittels offener Daten. Weiterlesen →

Mit dem Fahrrad auf den Spuren brauner Herrschaft in Dresden

Eine Rezension zu: Bjoern Walter: Dresden – Spuren brauner Herrschaft: Mit dem Rad durch eine UnSchuldige Stadt? [Revisionsstand 2023], Dresden: Bjoern Walter 2023, verfasst von Thomas Bürger

Über die leidvollen Seiten der Corona-Pandemie ist viel bekannt, weniger bekannt ist, wie viele Menschen, denen eine ernsthafte Erkrankung erspart blieb, die Krise für neue Ideen und bemerkenswerte Höchstleistungen genutzt haben. Als Bjoern Walter, 1979 in Saarbrücken geboren und seit 2014 wohnhaft in Dresden, als Projektleiter für internationalen Anlagenbau plötzlich nicht mehr reisen durfte, nutzte er den Lockdown zum extensiven und intensiven Lesen über die Geschichte seiner Wahlheimatstadt. Der Lektüre schlossen sich Spaziergänge an, dann Fahrradfahrten. Herausgekommen ist am Ende eine eindrucksvolle Dokumentation in Form eines Book on demand und eines Online-Angebots mit sieben Fahrradrouten zu 116 bekannten und unbekannten Erinnerungsorten, zusammen 180 Kilometer zu Schauplätzen brauner Herrschaft in und um Dresden – beschrieben auf nicht weniger als 535 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, QR-Codes zu Quellen und weiterführender Literatur.

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Neues Angebot zur Landesgeschichte auf historicum.net

Auf dem Webangebot des Fachinformationsdienstes für die Geschichtswissenschaft, historicum.net, ist seit gestern ein neues sog. Disziplinenportal online: www.historicum.net/landesgeschichte. Es versteht sich als “Wegweiser zu Hilfsmitteln und aktuellen Angeboten aus der deutschen Landesgeschichte” und “soll in erster Linie eine Orientierung zum Themenbereich Landesgeschichte in den Grenzen der heutigen deutschen Bundesländer bieten”, Gegliedert ist es in vier Bereiche:

  • Landesgeschichte suchen: Landesbibliographien und Landesbiographien
  • Landesgeschichte verorten: Lehrstühle, Kommissionen, Vereine, Zeitschriften
  • Landesgeschichte erforschen: Quellen und Forschungshilfsmittel
  • Landesgeschichte erkunden: Archive, Bibliotheken, Internetblogs, Regionalportale, Museen

Eigene Übersichtsseiten zu Sachsen finden sich hier:

Auch in den anderen beiden Bereichen sind Hinweise zur sächsischen Landes- und Regionalgeschichte vermerkt, ebenso wie allgemeine Verweise auf übergreifende relevante Hilfsmittel – Stöbern lohnt sich! Die Kolleginnen und Kollegen an der BSB München, die das Portal betreuen, sind zudem für ergänzende Hinweise dankbar: https://www.historicum.net/landesgeschichte/redaktion.

Mehr zum Disziplinenportal Landesgeschichte: https://www.historicum.net/news/artikel/2023/-neu-auf-historicumnet-disziplinenportal-zur-landesgeschichte

Kamenzer Wochenschrift, Nr. 14, Sonntag, den 26. März 1848

Bekanntmachung.

Es würde in einer Zeit, in welcher die wichtigsten Interessen der Region überall in Versammlungen besprochen werden und alle Gemüther in einer großen Spannung sich befinden, auch die Bewegung in einzelnen Theilen des Landes einen ernsten Character annehmen, ein Vergessen der Pflichten der Directorien der Provinzialstände gewesen sein, hätten sie Anstand nehmen wollen, der städtischen Corporationen Gelegenheit zu geben, sich über diesen Gegenstand zu berathen und namentlich das Ergebniß ihrer Erfahrungen über die Beurtheilung der zeitherigen Wirksamkeit der Ministerii, geschöpft aus der Kenntniß der Stimmung der Bevölkerung der Oberlausitz in allen Theilen, auszusprechen, da diese Frage den zum 20. März d. J. zusammenberufenen allgemeinen Landständen vorgelegt werden sollte.

In Folge dieser Betrachtung hatten die Directorien von Land und Ständen einen außerordentlichen Landtag auf den heutigen Tag verfassungsmäßig einberufen, zu welchem sich eine große Anzahl von Ständen der Städte, der Ritterschaft und des Bauernstandes eingefunden hatten.

In dieser Versammlung vereinigte man sich, nach einer längeren, sehr lebhaften Besprechung über die zeitherige Wirksamkeit der Minister, über die Wichtigkeit der jetzigen Zeitereignisse für ganz Deutschland und insbesondere Sachsen, über die Anerkennung des dringenden Bedürfnisses einer Kräftigung des Volkslebens und der erwachten deutschen Nationalität, über die Gewährung zeitgemäßer Institutionen, sowie über das unbedingte Erforderniß bei dem Fortschreiten der Entwickelung mit Besonnenheit und Ruhe zu verfahren, dahin, das Gesammtresultat der gewonnenen Ansichten in einem Landtagsschlusse zu veröffentlichen, um den Bewohnern der Oberlausitz Kenntniß zu geben von der Auffassung dieser Angelegenheiten Seitens ihrer Vertreter auf den Provinziallandtagen.

Dieser Landtagsschluß lautet wie folgt: Weiterlesen →

Aus der Blogosphäre: Adressbücher als Quellen für die genealogische Forschung im CompGen-Blog

Der Verein für Computergenealogie (kurz CompGen) ist der größte genealogische Verein in Deutschland. Im GenealogieWiki stellt er eine große Anzahl an Datenbeständen, die durch Freiwillige erfasst und aufbereitet werden, zur Verfügung. Hier ist u.a. auch das Transkriptionsprojekt zum Dresdner Totengedenkbuch beheimatet, über das wir verschiedentlich schon berichtet haben. Zu den wichtigsten dort verfügbaren Quellen gehören historische Adressbücher, über die anlässlich der Verzeichnung des Angebots bei der Deutschen Nationalbibliothek in einem aktuellen Blogbeitrag berichtet wird:

Die aus den Büchern in die Datenbank übernommenen Einträge wurden über eine Applikation im Internet für jedermann frei zur Abfrage bereitgestellt. Diese „Datenbank Historischer Adressbücher“ mit 4,4 Millionen Einträgen ist über die beiden Web-Adressen adressbuecher.genealogy.net und www.adressbuecher.net kostenlos nach Namen und Orten abfragbar. Eine Liste der in dort ausgewerteten 469 Adressbücher ist hier zu finden; um alle darin genannten 10.459 Orte zu sehen, klicken Sie hier.

Erwähnung (vielen Dank!) findet ebenfalls das Portal der SLUB zu den sächsischen Adressbüchern, das aktuell noch unter adressbuecher.sachsendigital.de erreichbar ist und in Kürze in Saxorum integriert werden wird. Auch jenseits des aktuellen Beitrags finden sich im CompGen-Blog immer wieder Hinweise auf für Sachsen relevante Quelle, regelmäßiges Reinschauen lohnt sich.


Beitragsbild: Adressbuch der Stadt Freiberg von 1907 in den Digitalen Sammlungen der SLUB

Citizen Science goes Sächsische Bibliografie: Wikisource-Transkripte bereichern SLUB-Katalog

Ein Werkstattbericht von Daniel Fischer

Seit einiger Zeit befleißigt sich im Wikiversum eine Nutzer:innengemeinschaft bei der Schaffung offener Kulturdaten. Im Rahmen von Citizen Science-Projekten werden digital verfügbare Medien z.B. aus bibliothekarischen Retrodigitalisierungsprojekten auf Wikisource aufbereitet und transkribiert. So entstehen dort umfangreiche, via Wikidata mit Metadaten angereicherte digitale Quellensammlungen offen lizensierter Volltexte und Abbildungen. Diese sind interessant für Forschung und Wissenschaft ebenso wie für jede an historischem Material interessierte Person. Transkript und gescanntes Original sind verlinkt und können direkt verglichen werden.

Nachdem solch elektronische Medien bis dato hauptsächlich per Suchmaschine bzw. nur im Wikiversum selbst recherchierbar waren, arbeiten die Mitarbeiter:innen der Sächsischen Bibliografie an der Erhöhung der Sichtbarkeit derlei Quellen, die inhaltliche Bezüge zu Sachsen aufweisen. Seit 2023 werden Wikisource-Transkripte zunehmend in der Landesbibliografie nachgewiesen, bibliothekarisch erschlossen und so als Output bürgerwissenschaftlichem Engagements u. a. über die Sächsische Bibliografie und den Katalog der SLUB Dresden recherchierbar.

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