Aus der Blogosphäre: Über den Verkauf von Museumsgut in der DDR

Die Beschaffung von Devisen im Ausland gehörte in der DDR zu den wichtigsten Aktivitäten, um Handesdefizite zu begrenzen und akute Finanzbedarfe zu decken. Die dazu nötigen Unternehmungen machten auch vor dem Verkauf von Kunstgegenständen aus den Museen des Landes nicht halt. Im Hypotheses-Blog Retour fasst die Kunsthistorikerin und Provenienzforscherin Barbara Bechter die Ergebnisse eines Projektes zusammen, das am Beispiel von Beständen des Dresdner Kunstgewerbemuseums und des Kupferstich-Kabinetts solche Verkäufe genauer erforscht hat:

„Es gab wiederholt Krach über den Verkauf von Museumsgut zur Devisensteigerung.“ Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der Antikhandel Pirna und die Außenhandelsfirmen der DDR

Ein ausführlicher Bericht zum Projekt ist auf dem Dokumentenserver ART-Dok unter DOI 10.11588/artdok.00010104 einsehbar.

Aus der Blogosphäre: Lied der Töpfer, Volkslied, am Tauftage gesungen – Stadtarchivische Sammlungen im Naturalienkabinett Waldenburg

Waldenburg.

Das Historische Naturalienkabinett wurde 1845/46 in der zweiten Etage des Museums eingerichtet. (…) Die hier erlebbare Mischung ist in Deutschland einzigartig: Sie vereint die bürgerliche Gelehrten-Sammlung der Leipziger Apothekerfamilie Linck aus dem 17./18. Jh. mit einer fürstlichen Lehrsammlung des 19. Jh. Bis 1945 kamen weitere Konvolute von Naturalien und Ethnografica sowie Einzelstücke hinzu, die in die einmal gefundene Präsentation integriert wurden.

Die Stadtarchivischen Sammlungen im Naturalienkabinett Waldenburg boten im Juni Anlass für einen Archivbesuch, um Lieder und andere Dokumente einzusehen und Kooperationen auszuloten.

 Zu den Schriftstücken zählen neben Chroniken Waldenburgs auch Archivgut aus der Schönburgischen und Waldenburger Kommunalverwaltung, von diversen Vereinen und Verbänden, Tagebücher des produzierenden Gewerbes sowie Chroniken der lokalen Kirchgemeinden. Im Jahr 2017 wurde zu diesem Bestand ein Findbuch durch den Regionalforscher Michael Etzold erstellt, das hier abrufbar ist.

Ein Beitrag im Blog des Naturalienkabinetts dokumentiert den Besuch, gemeinsame Transkriptionen und Ideen.

Link zum Blogbeitrag: https://www.museum-waldenburg.de/blog/detail/ein-ausflug-nach-waldenburg

Lieder – historische Quellen

Quelle: openbiblio.social/@slubdresden, 24. Juli 2026

Aus der Blogosphäre: Migration jüdischer Frauen

Im März 2026 haben wir in unserer Rubrik “Aus der Blogosphäre” ein Interview mit Historikerin Francesca Weil vom Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der Technischen Universität Dresden (HAIT) über ihre lange Verbindung mit den Beständen und Lesesälen der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig vorgestellt. Das Newsblog zu “Tacheles 2026. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen” hat unlängst ein weiteres Gespräch mit der Forscherin veröffentlicht. Hierin geht es um ihre Forschungen zur Migration jüdischer Frauen. Sie sind eingebettet in das Projekt “Aus, nach und innerhalb von Deutschland migrierte Frauen (1918–2018)”, über das wir bereits im März 2024 einen Beitrag veröffentlicht haben. Zum aktuellen Interview geht es hier:

https://tacheles.sachsen.de/tacheles-2026/newsblog/interview-francesca-weil

Aus der Blogosphäre: Theater, Kaufhaus, Bibliothek – die “Alte Aktienspinnerei” in Chemnitz

Das historische Gebäude der „Alten Aktienspinnerei“ in Chemnitz an der Straße der Nationen 33 beherbergt seit fünfeinhalb Jahren die Universitätsbibliothek der Technischen Universität. Es blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück: 1857 bis 1859 als damals größte Spinnerei Sachsens erbaut, diente es später unter anderem als Figurentheater, Kfz-Werkstatt, Stadtbibliothek und Kaufhaus.

Um diese Geschichte(n) neu in den Blick zu nehmen, wurde 2025 im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres das Projekt „Fäden der Erinnerung“ ins Leben gerufen. Dabei wurden Videointerviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen geführt, die im März 2026 bei einer Ergebnispräsentation vorgestellt wurden. Im Gebäude selbst weisen kleine Holzmodelle mit QR-Codes in den Bücherregalen auf die digitalen Interviews hin. Im Blog der UB Chemnitz blickt Victoria Tyrner auf das Projekt und die Präsentation zurück.

Wo „Fäden der Erinnerung“ zusammengefügt werden …Link zum Blogbeitrag: https://blog.hrz.tu-chemnitz.de/bibo/2026/06/12/wo-faeden-der-erinnerung-zusammengefuegt-werden/

Link zu den Videos: https://www.tu-chemnitz.de/ub/aktuell/veranstaltungen/faeden-der-erinnerung/

Aus der Blogosphäre: Ernst Hirsch und das “Universum Dresden”

Nachdem im März 2025 die SLUB und die Museen der Stadt Dresden die Film- und Kamerasammlung von Ernst Hirsch erworben hatten, ist nun bis 1. November 2026 in den Technischen Sammlungen eine Sonderausstellung zum Filmemacher und -sammler zu sehen. Im Blog “Campusrauschen” gibt Nadine Faust einen Einblick in die Ausstellung:

Dass Hirschs Arbeit und Sammlung unser visuelles Gedächtnis von Dresden prägen, ist hinlänglich bekannt. […] Dabei gibt es immer noch Material, das bisher kaum in Erscheinung getreten ist, etwa die Videobänder mit Interviews von ehemaligen Dresdner Jüd:innen und Juden, die die Zeit des Nationalsozialismus überlebt haben. In Ausschnitten sind sie nun in der Ausstellung zu sehen.

Zurück zu den Anfängen

Aus der Blogosphäre: Propagandafotografien des Heimatwerks Sachsen

Wie sich Fotografien als “zentrales und besonders wirkungsvolles Medium” der NS-Propagande nutzen ließen, zeigt Christoph Sauer in einem Beitrag im Hypotheses-Blog “Bildsehen / Bildhandeln. Akteur:innen und Praktiken der Alltags- und Amateurfotografie”. Darin untersucht er die Sammlung “Bildstelle Heimatwerk Sachsen” im Bildarchiv des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV). Ein zentraler Befund:

Die auf den ersten Blick unscheinbaren Motive von Landschaften, Städten sowie Kulturdenkmälern zielten auf identitätsstiftende Prozesse ab. Sie sollten Werte und Gefühle einer homogenen sächsischen ‘Heimat’ vermitteln. […] Dabei waren die Bildinhalte keineswegs neu: Motive von Landschaften und Sehenswürdigkeiten knüpften an bereits etablierte und immer wiederkehrende Bildästhetiken an, die sich im kulturellen Gedächtnis der sächsischen Bevölkerung gefestigt hatten.

Der schöne Schein

Aus der Blogosphäre: Neues Forschungsprojekt zur Provenienzforschung an der SLUB Dresden

Ende Februar haben wir mit einem Beitrag von Gabriela Brudzyńska-Němec zuletzt aus den Aktivitäten der SLUB Dresden zur Provenienzforschung berichtet. Unlängst ist nun ein neuen Forschungsprojekt gestartet: Ziel ist es, in bis Januar 2028 in 300 Fällen die rechtmäßigen Erbinnen und Erben von Verfolgten zu recherchieren, deren Bücher sich bis heute im Bestand der SLUB befinden. Die Projektmitarbeiterinnen berichten darüber im Hypotheses-Blog “Retour. Freier Blog für Provenienzforschende”:

Neues Forschungsprojekt an der SLUB Dresden zur Ermittlung von Erbinnen und Erben bei NS-Raubgut-Fällen gestartet

Die Ergebisse bisheriger Projekte werden in der Reihe “Provenienzforschung in der SLUB” dokumentiert, die einzelnen Falldossiers darin auf den Dokumentenserver Qucosa veröffentlicht: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-727174.

Aus der Blogosphäre: Wenn Kruzianer feiern

Seit längerer Zeit befassen sich Jens Bemme und Daniel Fischer für das Saxonica-Referat der SLUB mit Tafelliedern als einer Quellengattung, die “spannende Einblicke in Alltagskultur, Vereinswesen und die festliche Kommunikation vergangener Generationen [eröffnet]”. Für die Seite “Musik in Dresden” stellt Jens das “Tafellied zur Crucianer-Feier am 2. Mai 1891” vor. Wie viele weitere auch wurde es in der freien Quellensammlung Wikisource transkribiert.

Weiterlesen hier: www.musik-in-dresden.de/2026/05/03/wenn-kruzianer-feiern

Aus der Blogosphäre: Der Dresdner Bildhauer Robert Diez und seine Denkmalgruppe „Kriegers Heimkehr“ in Braunschweig

Ein Beitrag von Peter Engel im Braunschweigischen Geschichtsblog auf Hypotheses befasst sich mit dem Dresdner Bildhauer Robert Diez (1844-1922), bekannt u. a. für die Zwillingsbrunnenanlage “Stille Wasser und Stürmische Wogen” auf dem Dresdner Albertplatz. In Braunschweig vollendete er die Gestaltung des von Adolf Breymann (1839-1878) begonnenen “Siegesdenkmals” zur Einnerung an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. Die Metallplastiken wurden während des Zweiten Weltkriegs eingeschmolzen, heute finden sich keine Spuren des Denkmals mehr.

Robert Diez (1844-1922)

Aus der Blogosphäre: Sagen als Quellen für frühere Waldwirtschaftsformen in der Sächsischen Schweiz?

In seinem Hypotheses-Blog “Bienengeschichte” untersucht Max Grund eine Sage aus der Sächsischen Schweiz mit Blick auf Ihren Quellenwert für die Geschichte der Waldbienenhaltung im Elbsandsteingebirge. Demnach sei ein ortansässiger Ritter aufgrund eines Angriffs durch einen Bienenschwarm aus einem Fenster zu Tode gestürzt. Das Fazit:

Es kann […] als durchaus wahrscheinlich bezeichnet werden, dass die Sage um die Honigsteine wie auch deren Name auf die Zeidlerei um Rathen zurückgeht. Urkundliche Beweise hierfür lassen sich jedoch leider nicht finden, da sich quasi keine Aufzeichnungen über das Rathen jener Zeit erhalten haben. Im einschlägigen Hohnsteiner Amtserbbuch des frühen 16. Jahrhunderts finden sich für Rathen keine Honigzinsen, wohl aber für andere Orte in der Sächsischen Schweiz. Auszuschließen ist sie für das Spätmittelalter deshalb jedoch keineswegs, da auch in Rathen die Holznutzung bereits in die Seitentäler der Elbe ausgegriffen hatte und mögliche Nebennutzungen möglicherweise verdrängte.

Die Honigsteine bei Rathen. Eine Reminiszenz an die Zeidlerei in der Sächsischen Schweiz?

Aus der Blogosphäre: Das Kaufhaus Schocken in Nürnberg als “Projektionsfläche der Hetze”

Im Blog Mimeo des Leipziger Leibniz-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow befasst sich Georg Seltmann mit der Geschichte des Schocken-Konzerns, der auf ein 1901 in Zwickau eröffnetes Warenhaus zurückgeht. Ausgangspunkt der Überlegungen ist die 1926 erfolgte Eröffnung des Schocken-Kaufhauses in Nürnberg, das anlässlich des 25-jährigen Konzernjubiläums von Architekten Erich Mendelsohn entworfen wurde, der auf die Niederlassungen des Konzerns in Chemnitz und Stuttgart plante. Während der Neubau für Mendelsohn und den Inhaber Salman Schocken ein erfolgreiches Sinnbild für fortschrittliche Zweckmäßigkeit und moderne Gestaltungskraft war und sich bei der Nürnberger Bevölkerung rasch großer Beliebtheit erfreute, wurde das Warenhaus zeitgleich zur zentralen Projektionsfläche antisemitischer Hetze. Insbesondere die von Julius Streicher herausgegebene Zeitschrift Der Stürmer nutzte das Kaufhaus und dessen moderne Architektur, um durch Artikel, Karikaturen und Gedichte ein radikal antisemitisches, christlich-jüdisch dualistisches Weltbild zu propagieren und gegen die angebliche “jüdische Hochfinanz” zu hetzen. Angesichts der nach 1933 zunehmend aggressiveren Bedrohungslage und der drohenden Enteignungen sah sich Salman Schocken zur Emigration nach Palästina gezwungen, von wo aus er sein unternehmerisches Wirken, soweit wie möglich, fortführte.

Weiterlesen hier: https://mimeo.dubnow.de/projektionsflaeche-der-hetze

Kaufhaus Schocken in Nürnberg, ca. 1930 (Bildarchiv Foto Marburg, Fotokonvolut: Archiv Dr. Franz Stoedtner via Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 4.0)

Tagungshinweis: LEBENS|DATEN. Staatliches Register – genealogische Ressource – kollektives Gedächtnis: 150 Jahre Standesämter in Sachsen

Vor anderthalb Jahrhunderten veränderte der Staat mit der Einführung der Zivilehe und der flächendeckenden Beurkundung des Personenstandes die Erfassung von Lebenswegen grundlegend. Anlässlich dieses Jubiläums möchten wir Wissenschaft, Archivwesen, Genealogie und Citizen Science zusammenbringen, um die historische Entwicklung der Standesämter sowie klassische und moderne Auswertungs- und Nutzungsmöglichkeiten ihrer Quellenbestände zu beleuchten.

Die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) Dresden und der Dresdner Verein für Genealogie e. V. laden zu einer gemeinsamen Tagung ein:

LEBENS|DATEN. Staatliches Register – genealogische Ressource – kollektives Gedächtnis: 150 Jahre Standesämter in Sachsen

Wann? Freitag & Sonnabend, 5. & 6. Juni 2026
Wo? SLUB-Zentralbibliothek (Dresden, Zellescher Weg 18)

Unsere Tagung schlägt den Bogen von den Anfängen der Standesämter bis hin in die Gegenwart:

  • Aufbruch & Herausforderungen
    In den Blick werden zunächst die historisch-politischen Rahmenbedingungen und administrativen Hürden genommen, unter denen Zivilehe und staatliches Personenstandswesen eingeführt wurden.
  • Epochen & Zäsuren
    Die Vorträge verfolgen außerdem deren Entwicklung durch verschiedene historische Epochen – wie die Instrumentalisierung im Dritten Reich – und betrachten den Wandel von Grundpfeilern wie Ehe- und Namensrecht.
  • Forschung & Methoden
    Von der traditionellen genealogischen Recherche bis hin zu modernen, datengestützten Analysen sollen Möglichkeiten der Erschließung und Auswertung betrachtet und das enorme Potenzial dieses Quellenschatzes neu ausgelotet werden.

Ein detailliertes Programm sowie Informationen zur Anmeldung und zu einem vorbereitenden Workshop folgen in Kürze.

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Aus der Blogosphäre: Neue Perspektiven für Personenrecherchen zum HASAG-Komplex

Bereits vor längerer Zeit haben wir im Blog das Forschungsprojekt zu Unternehmenskultur, Zwangsarbeit und Judenmord beim Leipziger Rüstungskonzern HASAG vorgestellt. Im jüngsten Beitrag auf seinem eigenen Blog erläutert Martin Clemens Winter die Möglichkeiten für seine Forschung, die sich durch die vollständige digitale Veröffentlichung der mikroverfilmten NSDAP-Zentralkartei sowie -Ortsgruppenkartei durch die US-amerikanische National Archives and Records Administration ergeben:

Perspektivisch kann die Auswertung der NSDAP-Mitgliederkartei über eine Sammlung von Einzelfällen hinaus helfen, weitere Einblicke in die politischen Verhältnisse innerhalb des größten sächsischen Rüstungskonzerns im „Dritten Reich“ zu gewinnen. […] Auch hinsichtlich des Einsatzes von HASAG-Angehörigen in den Zweigwerken im besetzten Polen werden durch die Auswertung der NSDAP-Karteien nicht nur zahlreiche neue Namen bekannt, sondern es können auch Bezüge zwischen Parteimitgliedschaft und Führungspositionen in der Betriebshierarchie untersucht werden. Außerdem wäre denkbar zu prüfen, wie sich die Parteimitglieder im Hinblick auf das Beschäftigungsverhältnis etwa auf Arbeiter:innen und Angestellte aufteilen, um weitere Einblicke in die soziale Struktur der HASAG zu erhalten.

Die Beteiligung an NS-Verbrechen bei der HASAG war keineswegs an eine Mitgliedschaft in der NSDAP geknüpft. Auch zahlreiche Männer und Frauen, die der Partei nicht angehörten, waren darin involviert. Angesichts der eklatanten Überlieferungslücke zur deutschen Belegschaft bietet die Veröffentlichung der NSDAP-Karteien nun die Möglichkeit, mit den Parteimitgliedern im Unternehmen zumindest ein konkretes und wesentliches Segment der „Betriebsgemeinschaft“ des Leipziger Rüstungskonzerns genauer in den Blick zu nehmen.

 

Millionen neue Puzzleteile: Die HASAG in den Karteien der NSDAP

Aus der Blogosphäre: Mit Francesca Weil im Lesesaal der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig

In der Reihe “Zwischen den Regalen” geben Nutzende der Deutschen Nationalbibliothek “Einblicke in ihre Arbeit, stellen Projekte vor und erzählen ihre Geschichte”. In der aktuellen Ausgabe berichtet die Historikerin Francesca Weil vom Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der Technischen Universität Dresden (HAIT) über ihre lange Verbindung mit den Beständen und Lesesälen des Leipziger Standorts, der just heute durch den angekündigten Stopp der Umsetzung des dringend benötigten fünften Erweiterungsbaus deutschlandweit in die Schlagzeilen gelangte. Thematisiert wird im Interview u.a. das Verbundprojekt DIKUSA, über das wir im Blog schon verschiedentlich berichtet haben.

Zwischen den Regalen – Francesca Weil

Aus der Blogosphäre: Lebenswege von Arbeiterinnen in der vogtländischen Textilindustrie

Die Reihe „Hätte ich das mal eher gewusst… auf dem Hypotheses-Blog href. A Link to Digitized Primary Source Projects in German and Global History thematisiert Erfahrungen mit digitalen Projekten im Geschichtsbereich. In einem aktuellen Beitrag stellt Helena Friedrich Schwinghammer Erfahrungen aus ihrem Projekt zur geschlechterhistorischen Dimension der Deindustrialisierung in der Textilbranche des Vogtlands vor. Eine Quellengrundlage waren die Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Zu deren Kombination mit analogen Quellen resümiert sie:

Der Mehrwert der digitalen Arbeit war für mein Projekt enorm, denn Frauen in der Deindustrialisierung haben nur selten Archivquellen hinterlassen – sie blieben in archivalischen Quellen oft unsichtbar. Durch die Arbeit mit den SOEP-Daten konnte ich die Lebenswege der Frauen nachzeichnen, ihre Sorgen und Ängste abbilden und weibliche Deindustrialisierung überhaupt erst greifbar machen. Hätte ich mich allein auf analoge Quellen verlassen, hätte ich meinen Untersuchungsgegenstand nur unzureichend beleuchten können. Die Verbindung von klassischen archivalischen Quellen und den digitalen Sozialdaten war für meine Arbeit sehr hilfreich.

 

Hätte ich das mal eher gewusst …mit Helena Friedrich Schwinghammer