Aus der Blogosphäre: Theater, Kaufhaus, Bibliothek – die “Alte Aktienspinnerei” in Chemnitz

Das historische Gebäude der „Alten Aktienspinnerei“ in Chemnitz an der Straße der Nationen 33 beherbergt seit fünfeinhalb Jahren die Universitätsbibliothek der Technischen Universität. Es blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück: 1857 bis 1859 als damals größte Spinnerei Sachsens erbaut, diente es später unter anderem als Figurentheater, Kfz-Werkstatt, Stadtbibliothek und Kaufhaus.

Um diese Geschichte(n) neu in den Blick zu nehmen, wurde 2025 im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres das Projekt „Fäden der Erinnerung“ ins Leben gerufen. Dabei wurden Videointerviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen geführt, die im März 2026 bei einer Ergebnispräsentation vorgestellt wurden. Im Gebäude selbst weisen kleine Holzmodelle mit QR-Codes in den Bücherregalen auf die digitalen Interviews hin. Im Blog der UB Chemnitz blickt Victoria Tyrner auf das Projekt und die Präsentation zurück.

Wo „Fäden der Erinnerung“ zusammengefügt werden …Link zum Blogbeitrag: https://blog.hrz.tu-chemnitz.de/bibo/2026/06/12/wo-faeden-der-erinnerung-zusammengefuegt-werden/

Link zu den Videos: https://www.tu-chemnitz.de/ub/aktuell/veranstaltungen/faeden-der-erinnerung/

Aus der Blogosphäre: Ernst Hirsch und das “Universum Dresden”

Nachdem im März 2025 die SLUB und die Museen der Stadt Dresden die Film- und Kamerasammlung von Ernst Hirsch erworben hatten, ist nun bis 1. November 2026 in den Technischen Sammlungen eine Sonderausstellung zum Filmemacher und -sammler zu sehen. Im Blog “Campusrauschen” gibt Nadine Faust einen Einblick in die Ausstellung:

Dass Hirschs Arbeit und Sammlung unser visuelles Gedächtnis von Dresden prägen, ist hinlänglich bekannt. […] Dabei gibt es immer noch Material, das bisher kaum in Erscheinung getreten ist, etwa die Videobänder mit Interviews von ehemaligen Dresdner Jüd:innen und Juden, die die Zeit des Nationalsozialismus überlebt haben. In Ausschnitten sind sie nun in der Ausstellung zu sehen.

Zurück zu den Anfängen

Aus der Blogosphäre: Propagandafotografien des Heimatwerks Sachsen

Wie sich Fotografien als “zentrales und besonders wirkungsvolles Medium” der NS-Propagande nutzen ließen, zeigt Christoph Sauer in einem Beitrag im Hypotheses-Blog “Bildsehen / Bildhandeln. Akteur:innen und Praktiken der Alltags- und Amateurfotografie”. Darin untersucht er die Sammlung “Bildstelle Heimatwerk Sachsen” im Bildarchiv des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV). Ein zentraler Befund:

Die auf den ersten Blick unscheinbaren Motive von Landschaften, Städten sowie Kulturdenkmälern zielten auf identitätsstiftende Prozesse ab. Sie sollten Werte und Gefühle einer homogenen sächsischen ‘Heimat’ vermitteln. […] Dabei waren die Bildinhalte keineswegs neu: Motive von Landschaften und Sehenswürdigkeiten knüpften an bereits etablierte und immer wiederkehrende Bildästhetiken an, die sich im kulturellen Gedächtnis der sächsischen Bevölkerung gefestigt hatten.

Der schöne Schein